Was seit 1921 geschah...

100 Jahre Musikverein – 100 Jahre Tradition und Geschichte - dieses stolze Jubiläum ist Anlass zu Dank und großer Freude. Als der Musikverein Weißbuch 1921 gegründet wurde, war die Welt noch eine andere wie wir sie heute kennen. Der Verein hat viele Familien über Jahre und Jahrzehnte begleitet, er wurde von verschiedenen Dirigenten geleitet, hatte diverse Vorstände und Ausschussmitglieder. Viele Mitglieder und Musikanten haben für den Verein gearbeitet, Zeit investiert , sich aktiv eingebracht und das Wissens und die Freude an der Vereinsarbeit und an der Musik Generation für Generation weitergegeben. Wir haben unzählige Feste gefeiert, Krisen gemeistert, ein Vereinsheim gebaut, neue Orchester und Jugendorchester integriert und auf diese großartige Leistung blicken wir mit Respekt und Dankbarkeit zurück. An dieser Stelle kann man eines nicht oft genug sagen: Ein herzliches Dankeschön allen Mitgliedern und Gönnern unseres Vereins für ihre Unterstützung. Ihre Treue und Verbundenheit ist die Grundlage für die Existenz des Vereins.

Auch wenn wir aktuell nicht gemeinsam feiern können und alle Aktivitäten zum Jubiläumsjahr verschieben mussten, wollen wir Sie und Euch an der Vereinsgeschichte teilhaben lassen. Wir blicken gemeinsam auf die vergangenen 100 Jahre MV Weißbuch e.V. zurück. Mit einer kleinen Rückschau aus Anekdoten und Geschichten, Zahlen und Fakten wollen wir Euch auf eine kleine Zeitreise mitnehmen. In regelmäßigen Abständen berichten wir an dieser Stelle aus den vergangenen 100 Jahren. Am Ende der Reihe wartet ein kleines Quiz mit tollen Gewinnen auf Euch – also bleibt aufmerksam dabei!

Vielleicht schlummert ja bei dem einen oder anderen noch so manche Erinnerung, oder Fotos aus alten Zeiten, dann lasst uns diese zukommen. Wir freuen uns darüber.

Alle Festlichkeiten holen wir nach, sobald es die Situation erlaubt und freuen uns heute schon sehr drauf!

Ein Foto von den Festtagen 2017: Unser größter Wunsch, bald wieder gemeinsam Musik zu machen vor unserem wunderbaren Weißbucher Publikum! 

Bereits vor dem ersten Weltkrieg bestand eine Bläservereinigung, quasi der Vorgänger des später gegründeten Musikverein Weißbuch.

 

Auf dem Foto sehen wir stehend (von links nach rechts) Fritz Jordan (Buhlbronn), Gotthilf Kull (Oppelsbohm), Adolf Hinderer (Necklinsberg), Christian Claß (Birkenweißbuch), Wilhelm Jung (Oppelsbohm).

Sitzend (von links nach rechts): Jakob Kögel (Streich), Lehrer Lutz (Necklinsberg), Ernst Rabold (Ödernhardt)

Lehrer Lutz hat die Bläservereinigung auch geleitet.

 

Am 9.November 1921 wurde dann der Musikverein Weißbuch gegründet.(Fortsetzung folgt)

Kleine Geschichten am Rande des Vereinsgeschehens ...

 

"Die erste Hauptversammlung des Musikvereins wurde am 12. Februar 1950 im Gasthaus Lamm in Birkenweißbuch abgehalten.

 

Übrigens begannen die Hauptversammlungen in den ersten Jahren bereits schon nachmittags gegen 14 oder 15 Uhr. Die Verantwortlichen haben sich damals bestimmt was dabei gedacht. Vielleicht sollte man das wider einführen ..."

"Die Musikprobe ist jetzt wieder besser besucht und es wurde von Herrn Palmer betont, dass sich ein jeder für den Verein und die Musik einsetzen soll. Die Sünder, die immer fehlten, wurden extra vorgenommen. Ab heute wurde wieder mit frischen Eifer gespielt." (Chronik Mv Weißbuch 28.10.50)

"...da gab es gleich morgens eine Überraschung. Unser Es-Bassist kam ohne Bass. Er sagte, er hätte sein Auto nach Wasseralfingen verkauft und sein Bass wäre noch im Kofferraum ..." (Chronik Mv Weißbuch 30.4.61)

 

28. Mai 1961 Sängerfest in Oppelsbohm:

"Wir mussten Sonntags den Festzug und nachmittags ab 17 Uhr zur Unterhaltung spielen...Um 20 Uhr waren wir fertig ..." (Chronik MV Weißbuch)

 

27. August 1967 Schützenfest in Ödernhardt:

"Wir wollten als Gäste nachmittags einige Stunden spielen. Als wir aufhörten war es aber 23 Uhr..."

 

"Auf einstimmigen Beschluß der Hauptversammlung wurde der Jahresbeitrag auf 2 DM erhöht." (Chronik Mv Weißbuch 25.1.64)

 

"30jähriges Jubiläum"...sollte in diesem Jahr stattfinden, wurde aber wegen Überhäufung an Festen anderenorts zurückgestellt, denn in Schornbach, Buhlbronn und Bretzenacker sind bereits Jubiläen angemeldet. Somit wurde unser Jubiläum auf 1953 unverbindlich zurückgestellt." (Punkt 4 "Verschiedenes" Generalversammlung vom 22. März 1952)

 

16. bis 19. Mai 1986 / Ausflug nach Südtirol:

"1. Zwischenstation Bahnhof Schwäbisch Gmünd. 1 Koffer wurde in Oppelsbohm stehengelassen. Diese Zwangspause nutzten die Musiker zum musikalischen Frühschoppen ...Im Südtiroler „Piratensender“ wurden wir bereits seit Tagen mit dem Egerländer Liedermarsch angekündigt...Die Unterkünfte waren auch sehr schön, trotzdem zogen es einige vor in einem alten Weinfass durchzufeiern..."

Ausflüge waren auch damals schon ein fester und willkommener Bestandteil des Vereinslebens. Vom Frühlingsausflug am 30.April 1950 möchten wir euch heute berichten:

Am Morgen um 1/2 acht Uhr wurde abmarschiert. Das Wetter sah nicht am besten aus und trotzdem hatten sich ca. 60 Personen eingefunden. Der Spaziergang ging über Steinach nach Reichenbach wo man im Gasthaus zum "Lamm" eine Rast einlegte. Nach einer Stunde ging es weiter nach Lehnenberg. Die herrliche Aussicht zwischen Reichenbach und Lehnenberg auf unsere Berglen war herrlich und das Wetter hatte sich gemacht, bei wunderbarem Sonnenschein war alles begeistert. In Lehnenberg im Gasthaus zum "Rössle" (Elternhaus vom Mitglied Hermann Blessing) wurden ein paar frohe Stunden verbracht. Auf dem Heimweg ging es ganz lustig zu. In Ödernhardt wurde nochmals kurz halt gemacht im Gasthaus zur "Rose." Gegen 1/2 drei Uhr war man dann wieder zu Hause. Die ganze Gesellschaft war begeistert von dem kleinen, aber sehr schönen Ausflug.

Etwas zum Schmunzeln...die letzte Videocassette...
 
Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums 1991 wurden Videokassetten zur Erinnerung aufgenommen. Die Musiker I.S. und R.H. hatten sich bereit erklärt, die letzten noch vorhandenen Videokassetten zu verkaufen. Im Vorfeld dieser Aktion erklärte Schriftführer J.V. leichtfertig, dass er die letzte Kassette kaufen würde. Am Samstagmittag, dem 28.11.1992 zogen die beiden schließlich hoch motiviert von Haus zu Haus. Schon beim ersten Versuch wurden sie eine Kassette los - aber nicht ohne danach zwei Obstler zu trinken. Und so ging es Schlag auf Schlag. Immer weniger Kassetten waren im Korb und die Begleiterscheinungen nahmen immer deutlichere Formen an. Zwischenzeitlich ermahnte Oberverkäufer R.H. seinen Adjutanten nicht mehr so viel Schnaps zu trinken, da sie ja schließlich nicht zum Vergnügen unterwegs seien. Irgendwann klingelten die beiden bei unserem passiven Mitglied W.J. Dieser meinte, dass er gar keinen Videorecorder habe. R.H. meinte: „Des isch egal - en Schnaps hosch doch beschtimmt!“ Gegen 23.00 Uhr klingelten die beiden dann bei Familie J. am Wasen in Birkenweißbuch. Auch hier gabs natürlich noch etwas zu trinken. Gegen 1.00 Uhr schleppten die beiden sich dann zum Schriftführer und klingelten Sturm. Wie vereinbart kaufte der Schriftführer die letzte (oder wars die vorletzte?) Kassette ab. R.H. verabschiedete sich dann wieder recht schnell und Musikkamerad I.S. legte sich dann zu später Stunde aufs Sofa. In dieser Nacht wurde Schriftführer J.V. Immer wieder durch seltsame Geräusche aufgeschreckt ...
 

Schallplattenaufnahme 1979

 

Sicher haben viele von euch noch ein Exemplar der ersten Langspielplatte des Musikvereins Weißbuch im Regal stehen. Nach vielen Monaten der Vorbereitung wurde im Mai 1979 unter der Leitung des damaligen Dirigenten Ernst Kaiser eine Schallplatte aufgenommen.

Im Jahresprotokoll des Schriftführers gibt es folgenden Bericht hierzu:

 

„Musikalisch gut vorbereitet von unserem Dirigenten, traf man sich am Donnerstag im evangelischen Gemeindehaus Oppelsbohm zur Schallplattenaufnahme. Mit etwas Lampenfieber wurde dann das erste Musikstück aufgenommen. Beim Abhören, das immer sofort nach der Aufnahme vorgenommen wurde, sah man es den Gesichtern der Aktiven an, wie kritisch diese die einzelnen Passagen abhörten. An diesem Abend lief es recht gut mit den Aufnahmen, denn wir bekamen immerhin fünf Musikstücke in den Kasten. Darauf waren wir natürlich sehr stolz.

Am zweiten Aufnahmetag begannen wir bereits samstagmorgens um 8.30 Uhr und es lief fast so gut wie am Donnerstag. Unser Musikkamerad M. tat natürlich etwas für den Ansatz und brachte von zu Hause ein Fässchen Most mit in den Aufnahmeraum. Nach dem Mittagessen, welches gemeinsam in der Krone in Steinach eingenommen wurde, stellte sich eine gewisse Trägheit ein. Dies war ja auch kein Wunder, wenn man 8 Stunden immer eingesperrt war und die Stücke bis zu fünfmal wiederholt werden mussten... Je mehr es dem Abend zu ging, umso größer wurde die Nervenbelastung und wir waren froh, als der Dirigent, der Aufnahmeleiter sowie einige kritische Aktive sagten: „So bleibts, jetzt machet mir nix meh...“ Es war für alle Beteiligten eine harte Arbeit, die schon Wochen und Monate vorher begonnen hatte. Nach Abschluss der Aufnahme sehnte man sich nach Entspannung und so gingen wir zum Spanferkelfest zu welchem die Freiwillige Feuerwehr Oppelsbohm eingeladen hatte. Trotz aller Strapazen die hinter uns lagen, holten wir unsere Instrumente hervor und spielten für die anwesenden Gäste. Dieser Tag fand somit noch einen gemütlichen Abschluss!"

Kleine Geschichten am Rande...

 

"...doch als die ersten Gruppen bereits losmarschierten, kam unser Notenwart etwas bleich aber gefasst mit dem kleinen schwarzen Koffer..."

(Chronik MV Weißbuch zu den vergessenen Noten beim Festzug in Rudersberg, 04.06.1989)

 

"...hier saß man noch lustig beisammen. Es war dann halt wieder recht spät geworden. Namen werden nicht genannt – aber Trompetensoli waren noch nach 1.00 Uhr aus Ödernhardt zu hören..."

(Chronik 70. Geburtstag von Luise Deiss aus Ödernhardt)

 

"...die letzten Musiker gingen dann noch mit in seine Bar (Schießbude). Als wir gegen 6.00 Uhr früh noch die letzte brennende Glühbirne abgeschossen hatten, gingen im wahrsten Sinne die Lichter vollends ganz aus. Der Schriftführer nutzte auf jeden Fall die Dunkelheit zur Flucht. Die Story war ja im Kasten..."

(Chronik 12.04.1990 nach einem Ständchen)

 

"...so spielten wir halt zwei Tannen an, die sich in unmittelbarer Entfernung befanden..."

(Chronik 07.07.1990 bei einem verregneten Auftritt ohne Zuschauer)

Das Üben für die Musikstunde

 

Eines der jungen aktiven Mitglieder sollte Bassist werden. Verstohlen hat er den Bass mit nach Hause genommen, um dort damit zu üben. Zeit dazu hatte er nur abends und so kam es vor, dass am anderen Morgen beim Frühstück die Mutter des Musikers fragte: „Was war denn heute Nacht wieder los? Warum hat den das Vieh im Stall so „gehummst“ (wenn Kühe gestört werden, geben sie entsprechende Laute von sich)? Habt ihr gestern Abend nicht recht gefüttert?“ Betretenes Schweigen war die Antwort. Doch diesen Vorwurf wollte der Sohn nicht auf sich sitzen lassen und gab bei der nächsten Musikstunde den Bass zurück mit dem Bemerken, es sei nicht möglich, das Bassspielen zu erlernen. Ein Musikerkamerad übernahm das Instrument und hat es von dieser Zeit an gespielt.

 

(Aus den Schriftführeraufzeichnungen der Nachkriegszeit)

Das erste Gartenfest

 

Im Garten von K.H. hat der Musikverein Weißbuch zusammen mit dem Weißbucher Gesangsverein unter ihrem Dirigenten Herr Lehrer Kötzle 1923 das erste Gartenfest abgehalten.

Wie genügsam die Leute doch damals waren, beweist, dass für die Bewirtung der Festgäste etwa 100 schwarze Würste aufgetrieben wurden und den Musik- und Gesangsfreunden serviert werden konnten. Die Brötchen dazu wurde vom Löwenwirt Friz gebacken und geliefert.

Als Getränk wurde der berühmte Berglesmost ausgeschenkt. Viele, viele Besucher, die durch eine von Mund zu Mund Werbung angesprochen wurden, waren mit auf diesem ersten Gartenfest. So wurde vor einer fröhlichen Gesellschaft musiziert und gesungen und jeder hat mit dem vorliebgenommen, was ihm geboten wurde. Aber auch schon damals war das Los des Vereins, sowohl für Stimmung und Unterhaltung, wie auch für das leibliche Wohl des einzelnen zu sorgen. Als kleine Einlage hat ein aktives Mitglied des Vereins die Teilnehmer des Gartenfestes mit Most versorgt, indem er auf einem Stuhl stehend die Durstigsten der Festbesucher aus einer Milchkanne trinken ließ. So Haben die Weißbucher seinerzeit schon, obwohl eine sehr schlechte Zeit war, fröhliche Feste gefeiert und das hat bis zur heutigen Zeit angehalten.

Aussage mit Folgen – zur Entstehung des Lindenfestes

 

Nächste Woche hätten in normalen Zeiten die 4-tägigen Jubiläumsfesttage stattgefunden. Leider hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch ein Lindenfest kann deshalb an diesem ersten Ferienwochenende nicht stattfinden. Wie es überhaupt dazu gekommen ist das Lindenfest zu feiern, möchten wir euch in dieser und in der nächsten Ausgabe zum Besten geben:

Die Übungsstunden wurden noch im Gasthaus Lamm, in Birkenweißbuch abgehalten. Nach zwei ernsthaft durchgeführten Übungsstunden wurde es bei dem sich anschließenden gemütlichen Beisammensein immer recht lustig und spät. Die Musikstunden dauerten meist bis in die frühen Morgenstunden und die Wirtin, unsere Hilde, kam nach einem ersten Schläfle am Kachelofen in der Wirtsstube oft erst gegen 4.00 Uhr ins Bett. Bei so einem gemütlichen Zusammensein hat unser damaliger Bassist und späteres Ehrenmitglied, unser unvergessene Manfred Schäfer, eine Aussage gemacht, die noch Folgen haben sollte, angenehme und fröhliche, wohl gemerkt. Zwei anwesende junge Musiker, beide damals noch ledig und ohne feste Freundin, waren gemeint als unser "Mandel" den Spruch tat: "Ihr zwoe send' mr scheene Brodes, von eich isch ja koiner em Schdand, noch deara nedda Anneliese zom gugga." Für Nichtschwaben auf Hochdeutsch: "Von euch beiden Jungen traut sich wohl keiner, sich um die hübsche Anneliese zu bemühen.

Nach dieser Aussage ging es dann hin und her, mit dem Resultat, dass der Manfred den jungen Musikern einen Vorschlag machte, der wie folgt aussah: Der Manfred erklärte sich bereit, den beiden zu zeigen, wie man wenigstens mal einen Kontakt herstellt. Dieser Kontakt sollte sofort erfolgen, also am Morgen so gegen 2.00 Uhr. Die Anneliese sollte außerdem noch dazu bewegt werden, den noch munteren Kameraden auch einen Kaffee zu kochen.

Sollte unser Manfred keinen Erfolg haben, erklärte er sich bereit ein 50-Liter-Fass Bier den Musikkameraden zu stiften. Die zwei auserwählten Musiker hielten natürlich dagegen und erklärten sich ebenfalls bereit, sollte de Anneliese wider Erwarten doch aufwachen und die Kameraden bewirten, das Bier zu bezahlen.

So ging man die 30 Meter vom "Lamm" zu dem Haus, wo die Anneliese gewohnt hat...

Fortsetzung folgt!

Aussage mit Folgen – zur Entstehung des Lindenfestes

 

Fortsetzung:

 

... daraufhin hat der Manfred ein paar Steinchen aufgesammelt und diese an die Fensterscheiben geworfen. Die Anneliese hat's gehört, rausgeschaut und Kaffee gekocht! Unser "Mendes" hat also gewonnen.

Die jungen Musikkameraden haben wohl von ihm was gelernt, denn es hat nicht lange gedauert, bis sich der erste Kandidat verlobt hat, wohl nicht mit der Anneliese, aber auch mit einem netten Fräulein. Nur bezahlen mussten die beiden trotzdem. Mit dem Verzehr wurde dann bis zum Sommer 1970 gewartet. Der Musikverein hat ein weiteres Faß Bier dazu gestiftet. Man traf sich an einem warmen Samstagabend in Birkenweißbuch unter der Linde und half kräftig bei der Tilgung der Wettschuld.

Natürlich wurden durch die fröhlichen Lieder, welche die Musiker gesungen haben, auch die Nachbarn aufmerksam und, weil man sich gut verstanden hat, was ja auch noch heute so ist, auf ein Gläschen Bier eingeladen. An diesem Abend hat einfach alles gestimmt, das Wetter war schön, es war lange warm, die Stimmung bald auf dem Höhepunkt, es wurde gesungen und gelacht. Die gesamte Atmosphäre hat dazu beigetragen, den Wunsch der Nachbarn und der Musiker, doch bald wieder so ein schönes Festle zu feiern, auch zu realisieren. Nach dem 60-jährigen Jubiläum, welches 1971 gefeiert wurde, trafen sich die Aktiven vom Musikverein und die "Wasen"-Anwohner im folgenden Jahr wieder, um ihr „Lindenfest“ zu feiern. Diesmal haben die Nachbarsfrauen sogar Salzkuchen im Backhäusle gebacken. Feste Preise für Essen und Trinken gab es nicht, wer wollte, konnte einen kleinen Betrag in ein Kässle tun. Nachdem 1973 wieder die Weißbucher Festtage veranstaltet wurden, konnte am 30.06. und 01.07.1974 das erste offizielle Lindenfest gefeiert werden.

Zurück nach der Sommerpause haben wir noch eine kleine Geschichte aus dem Jahr 1984 für euch, an die sich einige Musiker sicher heute noch gut erinnern können:

 

Besuch der Besenwirtschaft in Buoch

 

An diesem Abend charterten wir einen Omnibus und fuhren nach Buoch zur Besenwirtschaft. Wir hatten dazu unsere Frauen und Freundinnen eingeladen, um mit uns deftig zu feiern. Bei Musik von Eugen Palmer aus Ödernhardt kam bald eine feucht-fröhliche Stimmung auf. Leider konnte die Heimfahrt erst verspätet angetreten werden, was wiederum einigen nicht ungelegen kam. Unser Omnibusunternehmen schickte einen ortsunkundigen Fahrer zu uns, welcher die Besenwirtschaft für einen urwüchsigen Bauernhof hielt und deshalb geradewegs wieder nach Hause fuhr. Beobachter dieses Geschehens fuhren dem Omnibus hinterher und konnten ihn dann in Grunbach stoppen. Eine erneute Anfahrt wurde nötig. Die Rückreise konnte daher erst gegen 2.30 Uhr angetreten werden. Einigen Jugendlichen unseres Vereins war dies aber immer noch viel zu früh. Sie nahmen deshalb noch einen Umtrunk bei ihrem Vereinskameraden A. in Reichenbach ein...

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